Hier folgt wie versprochen unser Resümee der Delfintherapie in Kas.

Wie uns ja bereits vorher schon bekannt gegeben wurde, funktionierte der Transfer vom Flughafen Dalaman nach Kas nur beschränkt gut, und da wir die 3-stündige Fahrt nicht unbedingt eingequetscht in einem Touristenbus verbringen wollten, haben wir einen "Sondertransfer" kurzfristig dazugebucht. Zwar eine teure Angelegenheit , aber dafür blieb uns so mancher Ärger beim Transfer erspart.
Das Hotel war behinderten"freundlich", das Personal sehr nett. Wir waren im Hotel Phellos untergebracht. Für Kinder in Rollis und Rehabuggys sei gesagt, dass zwar im Bereich der Rezeption mittlerweile Rampen vorhanden sind, aber man dennoch die eine oder andere Stufe zu bewältigen hat. Aber laut Auskunft vor Ort gibt es in Kas kein Hotel, das einen Lift besitzt. Das Essen im Hotel ist sehr gut. Ein kleines Manko ist nur, dass bedingt durch die Halbpension selbst das Wasser und der Saft für die Kinder extra zu bezahlen ist.

Dr. Michael und Tobi

Dem Therapieteam kann ich nur ein großes Lob aussprechen. Die Physiotherapie mit Herr Ahter Sümbül war sehr professionell. Man bekommt auch einen sehr ausführlichen Bericht über die Arbeit des Physiotherapeuten mit dem Kind. Die Einheiten dauern ca. 1 Stunde. Von diesem Therapieangebot waren wir schlichtweg begeistert. Man kann sehr viel Information und neue Erkenntnisse mit nach Hause nehmen.

Ahter Sümbul (Physiotherapeut)

Das Betreuungsteam vor Ort bestand aus 3 Dolmetschern und einem Buschauffeur. Dieses Team ist uns ganz besonders ans Herz gewachsen. Ein wirklich toller Service wurde uns geboten. Mit dem Bus wurden wir nicht nur zur Delfintherapie gebracht, sonder auch zum Strand oder zur Apotheke oder wo immer man hinmusste. Auch gelegentliche Babysitterdienste wurden vom Team wahrgenommen, sodass auch wir Eltern mal für eine Stunde abschalten konnten.

Dr. Michael und Tobi

So und jetzt zum eigentlichen Sinn unserer Reise, der Delfintherapie:
Da wir ja schon eine "Delfinunterstützte Erlebnistherapie" in Cuba gemacht hatten, kamen wir mit bestimmten Erwartungen und Vorstellungen nach Kas. Die "russische Methode" der Delfintherapie unterscheidet sich ganz stark von der in Cuba angebotenen (oder wie in Florida).
Anfangs waren wir enttäuscht, weil so gar keine "Action" aufkam. Auch Tobias war anfangs verunsichert, weil niemand richtige Anforderungen an ihn stellte. Er durfte einfach den Delfin streicheln, mit ihm schwimmen, den Ball werfen usw. Aber alles ohne Druck. Der Delfin wurde nicht als "Belohner" eingesetzt - nicht mal als Motivator. Er war einfach da, und Tobias, der immer mit einem von uns Eltern im Wasser war, konnte großteils selbst bestimmen was er machen möchte. Nun ob das nun extrem gut oder extrem schlecht ist, möchte ich nicht beurteilen. Ich gebe zu, dass wir anfangs enttäuscht waren, noch dazu weil der Belugawal Deniz krank war und wir ihn nicht mal zu Gesicht bekamen. So war jeden Tag nur Mischa der Delfin da, und die Therapie glich sich jeden Tag aufs Neue.
Vor der Therapie, hat der anwesende Arzt, Dr. Michael, noch eine Behandlung an der Wirbelsäule (so was wie Manualtherapie) gemacht. Was uns auch noch etwas gestört hat an der Delfineinheit war, dass der behandelnde Arzt nicht mit Tobias ins Wasser ging, um mit dem Delfin zu arbeiten, sonder immer nur am Rand saß und von dort in das Geschehen eingegriffen hat.
Aber wie gesagt, gegen Ende der Therapie sind wir zu dem Schluss gekommen, dass diese Ruhe und Ausgeglichenheit, die bei dieser Form der Delfintherapie zum Einsatz kommt, auch ihre Vorzüge hat. Tobias hat es schon sehr genossen, einen sehr engen Kontakt mit dem Delfin zu haben, während der ganzen Therapiesitzung. Und vor allem auch, weil er ohne Druck und ohne ständige Anforderungen mit dem Delfin schwimmen konnte.

Das Meer in Kas war sehr sauber und klar. Die Wassertemperatur sehr angenehm. Auch das Delfinarium war sehr sauber und freundlich.

Das Betreuungsteam (Alex, Irina und Nathalie)

Wir haben im Großen und Ganzen den Aufenthalt in Kas sehr genossen. Das Betreuungsteam ist wirklich einsame Spitze und die Organisation vor Ort klappt sehr gut. Über die Delfintherapie können wir weder schimpfen noch sie extrem loben. Es ist eben eine ganz eigene Art der Therapie.