Delphintherapie in Kuba - 25. Juli 2003 - 15. August 2003

Nun sind wir also wieder zurück von der 3-wöchigen Delphin Erlebnis Therapie. Nachfolgend möchte ich euch berichten, was wir alles erlebt haben.

Nach einem ziemlich anstrengenden Flug (10 Stunden von Frankfurt nach Holguin) sowie einer weiteren einstündigen Fahrt zur Bungalow-Anlage "Villas las Brisas" waren wir erschöpft aber glücklich an unserem Zielpunkt angekommen. Die ersten 2-3 Tage hat uns die Zeitverschiebung von 6 Stunden sehr zu schaffen gemacht. Der Schlafrythmus hat sich nur sehr langsam umgestellt. Da wir am Freitag weggeflogen sind, hatten wir noch 2 Tage Zeit um uns einzugewöhnen.

Am Flughafen wurden wir schon von Yaite, einer Mitarbeiterin der Dolfin-Care begrüßt. Sie hat uns die Unterlagen und Zeitpläne gleich ausgehändigt, sodass wir uns schon etwas darauf vorbereiten konnten. Gleich am ersten Abend lernten wir weitere"Delphin-Eltern" kennen, die uns fortan mit Rat und Tat zur Seite standen, da Sie schon eine Weile hier waren. Mit uns kamen noch weitere 3 neue Familien in Kuba an.

Montag früh gings dann los. Ich glaube ich als Mutter war fast mehr aufgeregt als Tobias. Mit einem Bus wurden wir zum Caya Naranjo (Nationnalpark) gebracht. Von dort ging es mit dem Motorboot weiter zum Delphinarium. Das ganze hat so ungefähr eine ½ Stunde gedauert.

Als wir das erste Mal den Steg zu den Delphinen entlanggingen musste ich mit den Tränen kämpfen. Ich konnte es kaum glauben, dass wir es nun wirklich geschafft hatten, wovon wir schon seit fast einem Jahr träumten.

Vor der Therapieeinheit bekommen die Kinder noch einen Neoprenanzug, damit ihnen im Wasser nicht kalt wird. Ausserdem gibt dieser Anzug etwas Auftrieb im Wasser. Als Tobias ausgerüstet mit diesem Anzug auf der Plattform im Delphinbecken stand wäre er am liebsten sofort zu "Chicco" seinem Therapiedelphin ins Wasser gesprungen.

Ich hatte eigentlich befürchtet, dass Tobi Angst haben würde vor den doch fast 2 Meter langen Tieren. Aber er hat sofort Freundschaft mit diesen wundervollen und faszinierenden Geschöpfen geschlossen. Es ist aber auch wirklich erstaunlich zuzusehen, wie die Delphine mit den Kindern umgehen.


Bei der vortherapeutischen Untersuchung durch Ferry Bogdan (Leiter DCI) im August 02 bzw. Mai 03 wurde ja schon abgeklärt, auf welche Schwerpunkte bei Tobias die Therapie aufgebaut wird. Tobias wurde aufgedehnt und anschließend sind verschiedene Übungen (neuromotorische Übungen, Gleichgewichts- u. Koordinationsübungen, Ergotherapie, Manueltherapie nach Cyrax) auf der im Wasser schwimmenden Plattform gemacht worden. Erst nachdem diese Übungen abgeschlossen waren durfte Tobi zu Chicco ins Wasser. Dabei hat er jedes Mal gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd. Im Wasser durfte Tobi mit dem Delphin schwimmen. Ausserdem wurde gezielt mit dem Sonarsystem des Delphins gearbeitet.

Am Nachmittag war jedes Kind noch einmal zu einer Therapieeinheit eingeteilt. Diese fand in einem der Bungalowzimmer in unserer Anlage statt. In den ersten Tagen wurde ein sogenannter "VEGA CHECK" gemacht, mit dessen Hilfe die Energie und Vitalität eines Körpers bzw. Störfelder im Körper sichtbar gemacht werden. Anschließend wurden die Kinder an das "Vegasom" (www.vegatest.com) angehängt - ein Gerät das mit Impulsen dies aufgedeckten Störfelder beseitigen soll. Weiters wurde Fußreflexzonenmassage sowie Cranio Sacral Therapie gemacht, was alle Kinder sichtlich genossen.

Somit hatten wir einen streng organisierten Tagesablauf. Aber dennoch blieb gelegentlich Zeit den wunderbaren Sandstrand der Hotelanlage zu besuchen oder im Pool zu planschen.

In der letzten Woche der Therapie begann man mit Tobias auf dem Laufband zu trainieren.
Durch das Laufband und durch gezielte Führung der Beine durch eine weitere Person, soll Tobias lernen richtig zu gehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im nachhinein sind wir sehr froh, dass wir die Möglichkeit bekommen haben die Delphintherapie zu erleben. Tobias hat von diesen 3 Wochen sehr profitiert. Es zeigen sich jetzt schon die ersten Fortschritte

z.B. Tobias ist stabiler im Rumpf- und Beckenbereich (Kniestand, freies Stehen)
er malt länger und ausdauernder (Handmotorik, Konzentration)
er kann sich besser auf Aufgaben konzentrieren
er probiert frei zu stehen auch ohne dass es von ihm verlangt wird
Tobias spricht flüssiger (er hatte vorher oft eine "leiernde" Aussprache
Er ist beweglicher im Bereich der unteren Extremitäten
Er ist motiviert "gehen" zu lernen (was vorher nicht immer der Fall war)
Tobi konnte sich am Ende der Therapie ohne Hilfsmittel ein paar Meter über Wasser halten

Auch uns Eltern wurde viel mitgegeben in diesen 3 Wochen. Durch die "Urlaubssituation" hatte die ganze Familie die Möglichkeit alte Muster aufzugeben und Fehler auszumerzen. Durch den Alltag mit einem behinderten Kind schleichen sich oft schlechte Gewohnheiten ein, die im täglichen Zusammenleben gar nicht mehr auffallen. Durch die Therapeuten wird man wieder auf viele Dinge aufmerksam gemacht, die man im Alltag verbessern kann. Vor allem wird aber auch in wöchentlichen und spontanen Beratungsgesprächen direkt auf Fragen und Probleme eingegangen und den Eltern mit gezielten Übungs- und Lösungsvorschlägen geholfen. So bekommt z.B. jedes teilnehmende Kind einen bebilderten und beschriebenen Übungsplan für zu Hause.


Ende September beginnt für Tobias wieder ein neuer Intensivtherapieblock in Pramet. Wir sind schon sehr gespannt, was die Therapeuten und Pädagogen im Förderzentrum über die Entwicklung von Tobias sagen. Wir hoffen natürlich auch, dass zu den momentanen Fortschritten in den nächsten Monaten noch weitere hinzukommen.


Auf jeden Fall war für uns die Delphintherapie ein voller Erfolg und wir blicken voll Zuversicht in die Zukunft. Wir möchten uns noch mal bei allen Menschen bedanken, die unserem Sohn diese einzigartige Therapie ermöglicht haben. VIELEN VIELEN DANK !!!!