Hier gebe ich Euch einen Überblick über meine Therapien

Aber erst einmal meine Diagnose: infantile Cerebralparese

Nachfolgend hat meine Mami versucht die Behinderung und die Therapien bestmöglich und leichtverständlich zu beschreiben. Dabei hat sie sich Infos auch aus dem Internet geholt. Die dazugehörigen Homepageadressen hat sie dazugeschrieben, falls jemand weitere Infos einholen möchte.

Ab Juni 1998: Bobath- Therapie bei Frau Petra Rinner in Riedau
Ab Jänner 1999: Frühförderung in der Caritas Frühförderung Passau
Bobath, später auch zusätzlich Ergotherapie
 
Jänner 2000: Schwimmtraining Ambulatorium Gugerbauer, Schärding  
April 2000: Synergetische Reflextherapie (Manualtherapie
Dr. Pfaffenrot) Haus Franken, Fränkische Schweiz (1 Woche)
Oktober 2000: Synergetische Reflextherapie, Petö (Konduktive Förderung), Haus Franken (Kur 4 Wochen)  
Ab Jänner 2001: Intensivtherapie Förderzentrum Pramet – Konduktive Mehrfachtherapie (4 x 3 Wochen pro Jahr)
11. Oktober 2001: Operation in Linz, durchgeführt von OA Dr. G. Großbötzl
(Weichteilrelease mit Adduktoren-Psoas- und Kniebeugerverlängerung beidseits)
24.10.-02.11.01:

Dipl.-Physiotherapeuting Birgit Luger betreut mich in dieser Zeit zu Hause (Operationsnachsorge)

 
November 2001: Rehaufenthalt Förderzentrum Pramet  
seit Herbst 2001: Laserakkupunktur bei Dr. Ortbauer, Enzenkirchen  
August 2002: Synergetische Reflextherapie bei Dr. Pfaffenrot in seiner neuen Praxis in München.
Seit März 2004: Hippotherapie bei Frau Dipl.-Physiotherapeutin Marietta Bittner in Taufkirchen/Pram. Dort wird vor allem daran gearbeitet, dass ich mehr Gleichgewicht (vor allem in den Hüften) bekommen. Wie ihr seht bin ich schon ein ganz toller Reiter!
Von Oktober 2003 bis Juli 2004: Hier war ich 3 mal bei der Intensivtherapie in Pramet.
Seit Mai 2004: bekomme ich zusätzlich Physiotherapie im Therapiezentrum Andorf. Dorthin werde ich auch wechseln, wenn im Herbst 2004 die Schule beginnt.  
März 2004: Synergetische Reflextherapie bei Dr. Pfaffenrot
  Ein besonderes Highlight in diesem Jahr war der Vortragsnachmittag der Musikschule Esternberg. Ich besuche das Fach "musikalische Früherziehung" nun seit drei Jahren. Heuer haben wir das Stück "Der goldene Apfel" aufgeführt. Erkennt ihr mich auf dem Bild?
Im August 2004 fahre ich wieder nach München zu Dr. Pfaffenrot. Darauf freue ich mich schon sehr.  
Dezember 2004 Dr. Pfaffenrot hält ein Elternseminar im Therapiezentrum Andorf und macht einen Behandlungsblock von 5 Tagen.
Jänner 2005 Seit Jänner 2005 fahre ich 1 x pro Woche zur Heilpraktikerin. Frau Vogt macht Reiki, Tuina, Akupressur und vieles mehr mit mir. Das tut mir sehr gut.  
März 2005 Seit März 2005 habe ich auch wieder 1 x pro Woche Ergotherapie im Therapiezentrum Andorf. Meine Therapeutin heißt Sofie Weber.
April 2005 Dr. Pfaffenrot war von 23.-27.04.2005 wieder im Therapiezentrum Andorf und hat mich 5 Tage lang behandelt.
Mai 2005 Im Mai 2005 hat wieder ein Block Hippotherapie begonnen. Darüber freue ich mich ganz besonders  
Juli 2005 Im Juli 2005 werde ich wieder eine 2-wöchige Intensivtherapie in Pramet machen. Anschließend ist dann erstmal Schluss mit Stress. Dann mache ich Ferien und beginne erst im Herbst wieder mit meinen Therapien.  
August 2005 August 2005 Delfintherapie in Kas Türkei  
September 2005 Pfaffenrot Therapie im Therapiezentrum Andorf  
seit Sept. 06 Ergotherapie bei Frau Himsl Andrea  
  spezielle Manualtherapie und Muskelaufbau in der Physiotherpie des LKH Schärding bei Herrn Petzi Fritz  
  Physiotherapie bei Frau Petra Jetzinger im Therapiezentrum Andorf.  
  Gesprächstherapie bei Herrn DAS Karl F. Hofinger im TZ Andorf  
seit Jän 07 therapeutischer Kletterkurs in Andorf  
  offenes Schwimmen im LKH Schärding  
05.05.07 Hippotherapieturnier in Elixhausen  
Juli 2007 Wiederholung der Adeli-Therapie in der Slowakei  
     
     

 

Beschreibung der Therapien


Bobath

Die Methode wurde von Berta Bobath, Krankengymnastin und ihrem Mann, Dr.Karel Bobath, Neurologe, entwickelt. Nach dem Bobath-Behandlungskonzept werden Kinder behandelt, die aufgrund einer frühen Hirnschädigung bewegungsgestört sind (Spastiker, Athetotiker u. a.).Während der Behandlung lernt das Kind unter den Händen des Therapeuten normale Bewegungsabläufe am eigenen Leib kennen. Die durch die Schädigung vorhandenen abnormen Haltungs- und Bewegungsmuster müssen gehemmt werden, damit willkürliche, koordinierte Bewegungen ausgeführt werden können.Die Schulung der Kopf- und Rumpfkontrolle, Gleichgewichtsreaktionen, Gleichgewichtsübertragungen von einer auf die andere Körperseite, stehen im Vordergrund der Behandlung.
Als Leitfaden dienen die normalen Entwicklungsstufen des Säuglings und Kleinkindes.Ein wichtiger Aspekt ist die Anleitung der Eltern. Die Haltung und Lagerung des Kindes und die Beschäftigung mit dem Kind werden so gestaltet, daß pathologische Bewegungen gehemmt werden zugunsten einer normalen Bewegungsbahnung. Optische, akustische und taktile Stimulation (Tapping, Druck und Zug) werden in die Behandlung mit einbezogen (sensomotorisches Training).
Der Behandlungsbeginn wird möglichst frühzeitig angestrebt, um die Hirnfunktion während der Reifung in den ersten Lebensmonaten günstig zu beeinflussen. Die Behandlung nach Bobath wird auch modifiziert in der Erwachsenen-Therapie angewandt, bei allen Bewegungsstörungen, die durch Hirnschädigungen hervorgerufen werden (z. B. Halbseitenlähmungen, Hirntumoren, Hirnverletzungen).

Ergotherapie

Ergotherapie ist eine Therapieform, bei der mit verschiedenen Methoden und Therapiematerialien dem Patienten so viel Selbständigkeit und Eigenaktivität wie möglich zurückgegeben wird.
Dies gilt im Prinzip für alle Bereiche, in denen Ergotherapeuten arbeiten.

Ergotherapie gehört wie die Physiotherapie zu den medizinischen Heilberufen. Sie "...ist eine wichtige Heilmaßnahme zur Rehabilitation Kranker und Behinderter. Unter ärztlicher Aufsicht soll sie dazu dienen, die Wiederherstellung und den bestmöglichen Gebrauch aller Funktionen von Körper und Geist zu fördern mit dem Ziel, kranken und behinderten Menschen so zu helfen, dass diese ihre beruflichen, sozialen und häuslichen Bedürfnisse erfüllen und so am Leben im umfassenden Sinne wieder teilhaben können". (nach Dohm/Raps "Ergotherapie - Ausbildungs- und Prüfungsordnung")

Konduktive Förderung nach Petö

Der ungarische Arzt und Pädagoge András PETÖ (1893 -1967) begründete nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Budapest die so genannte "Konduktive Pädagogik" - ein komplexes und ganzheitlich orientiertes Erziehungssystem für Kinder mit einer Cerebralen Bewegungsstörung. Petö erachtete die Bewegungsstörung bzw. Behinderung nicht als isolierte behandlungsbedürftige Krankheit, sondern als Lernaufgabe, welche die gesamte Persönlichkeit des Kindes umfasst. Sein Grundgedanke war, dass eine cerebrale Bewegungsstörung mit besonderen Fördermaßnahmen aktiv handelnd überwunden bzw. gelindert werden kann.
Es gilt, die kindliche Lernbereitschaft und Lernfähigkeit wieder herzustellen und aufzubauen. Das Kind wird dort abgeholt, wo es in seiner Entwicklung steht und erhält genau die Hilfestellungen und Erleichterungen, die es ihm ermöglichen aktiv zu werden und zielgerichtete Eigeninitiative zu entwickeln. Dabei ist wichtig, dass jede Handlungsabsicht und jeder Handlungsvollzug zum Erfolg führt, so dass das Kind motiviert bleibt, seine so erlernten Handlungs- und Bewegungsmuster weiter anzuwenden, zu üben, zu verfeinern und schließlich zu automatisieren.

Die Kinder werden nicht ge-hoben, ge-tragen, ver-sorgt. Es gibt auch keine Rollstühle innerhalb der Räume. Konduktive Pädagogik verzichtet auf alle Hilfsmittel, die Passivität erzeugen.
Konduktiv (von con-ducere, lat.) meint zusammenführen, weiterführen und nützen - das bedeutet zielorientierte Erziehung und Förderung in allen Persönlichkeits- und Entwicklungsbereichen gleichermaßen sowie der systematische Aufbau der vorhandenen Fähigkeiten des Kindes in jeweils alltagsrelevanten Bezügen.

Oberstes Ziel ist die zunehmend selbstständige Bewältigung elementarer Daseinsfunktionen und somit eine weit gehende Unabhängigkeit von Hilfsmitteln bzw. Personen.

Der konduktive Förderprozess ist motivierend, aktivierend und positiv verstärkend angelegt. Er vollzieht sich im Kontext der Gruppe durch die täglichen Aufgabenreihen, die sorgfältig geplant und aufeinander abgestimmt sind. Dabei werden alters- und entwicklungsgemäßes Rhythmisches Intendieren (= Selbstinstruktion durch handlungsanleitendes Sprechen in der Ich-Form) eingesetzt und Fazilitation (Unterstützung, Erleichterung) nach individuellen Erfordernissen geboten. Die Fähigkeit der teilnehmenden Beobachtung ist Voraussetzung, um dem einzelnen Kind die jeweils "passende" Fazilitation zu gewähren und ggf. zum richtigen Zeitpunkt zu modifizieren bzw. abzubauen.

Die Arbeit an der "Zone der proximalen Entwicklung" (Wygotski, 1987), die das Kind nur mit Hilfe eines kompetenten Partners bewältigen lernt, ist immer Ausgangspunkt des konduktiv geleiteten Lernprozesses, der überhaupt nur dann effektiv und erfolgreich sein kann, wenn er in durchgängiger Vernetzung und vielfältiger Variation konsequent angeregt, unterstützt und gefördert wird.

In der Struktur der Konduktiven Förderung sind Raum, Mobiliar, Zeit und Tagesablauf unverzichtbare und tragende Elemente, die den angestrebten Lernprozess maßgeblich beeinflussen und unterstützen.
http://www.konduktivefoerderung.de
http://www.institutkeil.at/methode2.htm


Manualtherapie (Synergetische Reflextherapie)
http://www.pfaffenrot.net/ger/therapie.htm

Synergetische Reflextherapie ist ein fachübergreifendes offenes Kombinationssystem von verschiedenen Naturheilverfahren auf neurophysiologischer Basis. Die Methode vereinigt Elemente von weltweit anerkannten reflektorischen Behandlungsarten, wie Akupunktur, Akupressur, Hand,- Kopf,- Fußreflexzonenmassage, Chirotherapie und Osteopathie, deren gleichzeitige Anwendung eine gegenseitige Wirkungssteigerung oder Synergieeffekt auslöst. Durch eine tägliche Anwendung der klassischen und modifizierten Handgriffe werden die positiven Effekte gespeichert und summieren sich (Kumulationseffekt). Nach einem blockweisen Einsatz von bis zu 10 Behandlungen verspüren 95 - 96% der Patienten einenrch einen spektakulären Manifestationseffekt u.a. in folgenden Bereichen wie Stoffwechsel, psychoemotionelle Funktionen, verschiedene Viszeropathien, Gleichgewicht, Muskeltonus, Bewegungskoordination, Schmerzempfindung, geistige und körperliche Aktivitäten.
Damit entspricht die Methode den höchsten Forderungen der ganzheitlichen Medizin

Laserakkupunktur

Laserakupunktur ist absolut schmerzfrei, also auch für Kinder jeden Alters geeignet Bei der Laserakupunktur kann die Pulsfrequenz des Lasers auf die Belange des Patienten eingestellt werden. Es ist einfach ein Unterschied, ob ich eine organische Erkrankung der Wirbelsäule behandeln möchte oder seelisch bedingte Kreuzschmerzen. Mit dem Softlaser kann über die richtige Frequenzwahl die Therapie äußerst individuell erfolgen

Hier werden die Reize nicht durch Nadeln, sondern durch das hoch konzentrierte Licht eines Lasers gesetzt. Obwohl Akupunktur, Elektroakupunktur und Laserakupunktur sich in einigen Punkten ihrer Anwendung und Auswirkung unterscheiden, beruhen sie doch alle auf dem Prinzip der ganzheitlichen Betrachtung des Menschen und sind deshalb mit anderen naturheilkundlichen Verfahren zu kombinieren und als Medikamente einsparende Therapie einzusetzen.
(Quelle: http://www.naturheilkunde-aktuell.de)

Was ist eine Infantile Cerebralparese ? aus:
http://www.orthopaedie-aachen.de/klinikum/de/html1_klinik/patienten/inf_celeb/infantile_cerebralparese.htm


Die infantile Cerebralparese ( cerebrale Bewegungsstörung, CP, cerebrale Kinderlähmung, Little'sche Krankheit ) ist eine bleibende aber nicht unveränderliche Bewegungs- und Haltungsstörung infolge einer Schädigung des frühkindlichen Gehirns in den frühen Entwicklungsphasen. Neben der Störung der Haltung und Bewegung kommt es häufig auch zu weiteren Behinderungen wie Anfallsleiden ( Epilepsie ), mentaler Behinderung ( geistiger Behinderung ), Sprachstörungen, VerhaltensaußäUigkeiten, Störungen der Sinnesorgane, bzw. der Weiterverarbeitung von Sinneswahrnehmungen ( Schielen, Gleichgewichtsstörungen ). Auftreten bzw. Ausprägungsgrad dieser Zusatzbehinderungen sind abhängig vom Ort und der Ausbreitung der Gehirnschädigung.

Wie kommt es zu einer frühkindlichen Hirnschädigung?

Zur Entstehung eines frühkindlichen Hirnschadens können vielfältige Ursachen beitragen. Schädigungsmöglichkeiten bestehen vor, unter oder auch nach der Geburt. Die Hirnschädigung tritt am häufigsten während der Geburt ( 30 - 70 % ) ein. Vorgeburtliche Schädigungsmöglichkeiten bestehen bei Infektionen wie Röteln, Zytomegalie, Herpes, parasitären und bakteriellen Infektienen wie Toxoplasmose, Listeriose, Lues. Auch Drogen-, Alkohol- oder Nikotinkonsum der Mutter während der Schwangerschaft, eine bestehende Zuckerkrankheit ( Diabetes mellitus ) oder hormonelle Störungen ( EPH-Gestose ) der Mutter, Zwillingsschwangerschaft sowie eine intrauterine Mangelernährung, d.h. nicht ausreichende Ernährung des Fötus mit Nährstoffen durch den Mutterkuchen, gelten als Risikofaktoren. Als Hauptursache ist aber der Sauerstoffmangel unter der Geburt in Verbindung mit kindlicher Unreife ( Frühgeburt ) zu sehen. Nach der Geburt sind entzündliche Erkrankungen der Hirnhäute und des Gehirns sowie Hirnblutungen häufig die Ursache einer Cerebralparese. Immer kommt es zu einem Untergang von Nervenzellen des Gehirns.

Welche Formen der Cerebralparese gibt es ?

Die infantilen Cerebralparesen können in verschiedene Formen unterteilt werden. Zur Klassifikation sind 2 Einteilungen üblich. Die erstere unterteilt nach Art der Bewegungsstörung in spastische ( Spastik = Steifheit der Glieder aufgrund eines erhöhten Muskeltonus mit verlangsamtem oder eingeschränktem Bewegungsablauf, die sich beim Versuch, die Glieder passiv durchzubewegen, deutlich zeigt ).

dyskinetische / dystone ( Dystonie / Dyskinesie / Athetose = unwillkürliche, langsame, verkrampfte Bewegungsmuster ) undataktische Formen ( Ataxie = Koordinations- und Gleichgewichtsstörung mit abgehackten Bewegungsabläufen ).

In ca. 1/3 der Fälle treten Mischformen auf, so daß man sich an der klinisch führenden Komponente orientiert. Zahlenmäßig im Vordergrund stehen die spastischen Lähmungen. Diese Gruppierung ist glücklicherweise diejenige, welche am meisten von orthopädischen Maßnahmen profitieren kann.

Eine weitere geläußge Einteilung beschreibt die Verteilung der Lähmung bezogen auf den Körper. Hier hat sich die Einteilung in

? Hemiparese ( Halbseitenlähmung ),
? Diparese ( Befallsmuster mit stärkerer Beteiligung der Beine ) und
? Tetraparese ( Beteiligung der Beine, der Arme, des Rumpfes und des Kopfes ) durchgesetzt

Wie äußert sich die Infantile Cerebralparese?
Bei der ICP ist durch den Verlust von Nervenzellen des Gehirns auch dessen Funktion gestört. Die Symptomatik ist vom Ort und von der Ausprägung der Schädigung abhängig. Sie kann von einer leichten Ungeschicklichkeit bis zur schwersten spastischen Tetraparese reichen, welche alle Körperfunktionen beeinträchtigt.
Von wesentlicher Bedeutung für die Behandlung ist die Frühdiagnose. Schwer geschädigte Kinder können bereits zum Zeitpunkt der Geburt auffallen. Bei geringgradigen Schädigungen werden die Mütter häufig durch Gedeih- und Funktionsstörungen oder Bewegungsarmut aufmerksam. Kennzeichnend sind frühzeitige abnorme Haltungen und Bewegungen, die eine abnorme Steifheit des Säuglings, Schlaffheit und mangelnde Kopfkontrolle, häufige Überstreckung ( "Kissenbohren"), Ablehnung der Bauchlage, steife Beugehaltung der Arme mit ständig gefausteten Händen, oft eingeschlagenem Daumen, steife Streckung und Überkreuzungstendenz der Beine, seltene Strampelbewegung und erschwerte Abspreizung beim Windeln, Seitendifferenzen in Haltungen und Bewegungen sowie abnorme, ausfahrende, zappelige Bewegungen. Weiterhin charakteristisch sind Hemmungen und Stockungen im Bewegungsablauf, die eine natürliche Leichtigkeit vermissen lassen. Es fehlt ein harmonischer, flüssiger, eleganter Bewegungsablauf. Die Meilensteine der motorischen Entwicklung wie Greifen, Sitzen, Stehen und &eies Laufen werden verzögert durchlaufen oder gar nicht erreicht. Auch die Sprachentwicklung ist verzögert und es kommt zu Störungen des Antriebes der Nahrungsaufnahme und der Lautäußerung, so findet sich oft ein ruhiges, apathisches Verhalten oder eine starke Unruhe oder Schreckhaftigkeit, ein schrilles Schreien oder monotones Wimmern. Zudem stellen sich Schwierigkeiten beim Trinken, bzw. bei der Löffelfütterung, mangelndes Interesse am Spielzeug bzw. der Umgebung sowie mangelnde Kontaktaufnahme ein. Die Schwankungsbreite der kindlichen Entwicklung ist groß. Geringe Ausprägungen der ICP können daher oft erst nach dem 1.-2. Lebensjahr richtig erkannt werden

Was sind typische Merkmale der verschiedenen Lähmungsformen?

Hemiparese:

Die Lähmung wird in der Regel erst spät erkannt. Das Kind kommt zur gewöhnlichen Zeit zum Stehen, erst dann werden das Hinken und die Ungeschicklichkeit einer Hand bemerkt. Kinder mit einer spastischen Hemiparese werden stets frei gehfähig. Typische orthopädische Komplikationen sind Muskelverkürzungen im Bereich der Hände und Füße ( Spitzfuß ).

Diparese:

Die Meilensteine der motorischen Entwicklung werden immer verzögert durchlaufen. Gehfähigkeit wird erst spät, d.h. mit dem 5. - 7. Lebensjahr und wegen der Gleichgewichtsstörungen oft nur mit Hilfsmitteln erreicht. Orthopädische Komplikationen erwachsen aus Muskelverkürzungen im Bereich der Hüft- und Kniegelenke sowie aus Fußdeformitäten. Selten kommt es zu Muskelverkürzungen im Bereich der Arme.

Tetraparese:

Der Patient mit Tetraparese wird aufgrund seiner schweren Behinderung nur selten gehfähig. Die Meilensteine der motorischen Entwicklung werden erheblich verzögert und unvollständig durchlaufen. Die soziale Kontaktaufnahme ist mehr oder weniger stark eingeschränkt. Im weiteren Verlauf kommt es ab Beginn des 2. Lebensjahres, abhängig von der Schwere der Schädigung, zu einer ausgeprägten, therapeutisch nur schwer angehbaren Spastizität der Muskulatur der Arme, der Beine und des Rumpfes mit Entwicklung von Muskelverkürzungen (Kontrakturen) und Verrenkungen ( z.B. der Hüftgelenke mit daraus resultierenden knöchernen Verformungen durch das Überwiegen der Hüftanspreizmuskulatur ). Kontrakturen zeigen sich im Bereich der Hüften ( Hüftbeuge- Anspreiz- Innendrehungskontraktur), der Kniegelenke ( Kniebeugekontraktur ), der Füße ( Spitzfuß, Knickfuß, Klumpfuß ) sowie im Bereich der Ellenbogen ( Beugekontrakturen ) und der Hände ( Handgelenks- und Fingerfehlhaltungen ). Zusätzlich zeigen sich Verkrümmungen im Bereich der Wirbelsäule
( Skoliose, Kyphose ). Die Prognose ist insgesamt weniger günstig. Die besonders schwer betroffenen Kinder erreichen weder freie Sitz- noch Stehfähigkeit. Da die Kinder willkürlich ihre Lage nicht ändern können, resultieren zusätzlich häufig Lagerungsschäden.
Kinder mit dystonen Bewegungsstörungen ( Athetose ) sind meist von normaler Intelligenz. Die Häufigkeit und das Ausmaß der orthopädischen Probleme steigen mit dem Behinderungsgrad.

Welche Behandlungsmöglichkeiten einer infantilen Cerebralparese gibt es?

Oberstes Gebot im Rahmen der Therapie infantiler Cerebralparesen ist die Behandlung im Team. Das mehrfach behinderte Kind sollte von Anfang an innerhalb eines Therapeutenteams versorgt werden, das es bis zum Ende des Wachstums und manchmal darüber hinaus begleiten sollte.

Das Kind-Eltern-Verhältnis spielt für sämtliche Planungen im Rahmen der Behandlung eine große Rolle. Die Behandlung orientiert sich am Alter des Kindes und an der Schwere der Schädigung. Bei der Frühbehandlung der ICP kommt der Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage die vorrangige Position zu. Für den Erfolg krankengymnastischer Maßnahmen ist vor allem das Alter von wesentlicher Bedeutung. Die krankengymnastische Frühbehandlung sollte wenn möglich vor Ablauf des ersten Lebenshalbjahres beginnen. Der funktionsverbessernde Erfolg der Behandlung ist desto geringer, je älter das Kind ist. Deshalb verlagert sich der Schwerpunkt mit zunehmendem Alter auf die Erhaltung der Leistungsfähigkeit. Die Behandlung geht dazu über, vorhandene Fähigkeiten zu trainieren und zu verbessern, Bewegungsabfolgen beschleunigter und geschickter zu ermöglichen.

Es sollte angestrebt werden, daß das Kind in die Hände einer Therapeutin kommt, die eine spezielle neurophysiologisch fundierte Behandlungsmethode erlernt hat. Grundprinzip der Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage ist das Anbahnen normaler Bewegungen bei gleichzeitiger Hemmung der krankhaften Einflüsse des Gehirns. Die entwicklungsneurologische Behandlung nach BOBATH zielt darauf ab, dem Kind normale Bewegungserfahrungen zu vermitteln, abnorm koordinierte Haltungs- und Bewegungsmuster zu hemmen, Störungen der Innervation zu überwinden. Die motorischen Meilensteine (s.o.) werden simuliert. Nach BOBATH ist die Hauptschwierigkeit des Kindes die abnorme Koordination der Bewegungsabläufe.

Die entwicklungskinesiologische Behandlung nach VOJTA versucht durch spezielle Behandlungstechniken reflektorische Fortbewegungsmuster auszulösen, somit Ersatzmuster für die Fähigkeit zur Aufrichtung bereitzustellen.

Es existieren zahlreiche weitere Behandlungsmethoden, deren gemeinsames Konzept die Krankengymnastik auf neurophysiologischer Basis ist (Kabat (PNF), Feldenkrais etc.).

Zusammenfassend dient die Krankengymnastik dazu, den Muskeltonus soweit als möglich zu normalisieren, die Aufrechterhaltung des Haltungstonus gegen die Schwerkraft zu verbessern, abwechselnde Bewegungsmuster (Krabbeln, Gehen ) zu bahnen, erhalten gebliebene Koordinationsfähigkeit zu stimulieren, bereits eingeschliffene, krankhafte Haltungs- und Bewegungsmuster abzubauen bzw. zu hemmen, Grundfähigkeiten der Haltungskontrolle von Kopf und Rumpf mit symmetrischen Sitz- und Lagerungspositionen zu erarbeiten, den Gebrauch der Hände zu schulen, die geschwächte Muskulatur zu aktivieren und die durch die elementaren Bewegungsreflexe hervorgerufenen Muskelungleichgewichte zu vermindern.
Die Zusammenarbeit mit der Beschäftigungstherapie / Ergotherapie (s.u.) gewinnt an Bedeutung ( Training von Alltagsverrichtungen ). Nicht zuletzt sollen die Eltern im normalen Umgang mit dem Kind gezielte Anleitungen bekommen.
Grundsätzlich ist die Krankengymnastik als Teilaspekt der Therapie zu sehen. Nur bei regelmäßiger Anwendung bestehen Erfolgsaussichten.

Wunder sind sowohl mit der Krankengymnastik als auch mit anderen Methoden (Atlas-Therapie, Bienen-Therapie) nicht zu erwarten, da das Ausmaß der Gehirnschädigung nicht rückgängig zu machen ist. Wunder müssen täglich erarbeitet werden.

Die Schwere der Läsion bestimmt den therapeutischen Einsatz. Während bei Hemiparesen bzw. Diparesen die Aktivität des täglichen Lebens, die Mobilität sowie die Steh- und Gehfähigkeit im Vordergrund stehen, ist das Behandlungsziel bei Tetraparesen darauf ausgerichtet, Kopfkontrolle, den Gebrauch der Hände, eine symmetrische Sitz- und Lagerungsposition zu erlangen sowie orthopädische Komplikationen zu verhindern.
Bei allen schweren Schädigungen ist die Aufstellung eines umfassenden lebenslangen
Behandlungsplanes von besonderer Bedeutung. Dieser muß neben der krankengymnastischen Behandlung Maßnahmen der Beschäftigungstherapie ( Ergotherapie ), der Logopädie (Behandlung von Sprachstörungen, Eßtherapie), Versorgung mit Hilfsmitteln und Maßnahmen der Sozialfürsorge beinhalten.